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Buchempfehlung: Im Grunde Gut – Eine Neue Geschichte Der Menschheit

Ein Buch, das das menschliche Selbstbild revolutioniert: Rutger Bregmans »Im Grunde gut«
 
Gestern haben wir in Radio Friedensfunk Folge #07 über Angst, Vertrauen & Corona gesprochen. Die Folge konnte aber nicht ohne das folgende Buch abgeschlossen werden, da es durchaus ein Augenöffner in jeglicher Hinsicht ist….
 

Provokante und zutiefst hoffnungsstiftend

Der niederländische Historiker Rutger Bregman wagt in seinem beeindruckenden Werk »Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit« eine provokante und zugleich zutiefst hoffnungsstiftende These. Das Buch rüttelt an einer tief verwurzelten Annahme der westlichen Denktradition, dass der Mensch von Natur aus egoistisch oder gar böse sei. Bregman stellt dieser Auffassung eine radikal andere Perspektive entgegen: Der Mensch ist »von Grund auf gut«. Diese Prämisse ist nicht nur eine philosophische Spielerei; sie ermöglicht ein komplett neues und grundoptimistisches Denken über die Welt und die Menschen darin. Es ist eine Einladung, unsere Sichtweise zu revidieren und das menschliche Potenzial neu zu bewerten.

Um seine kühne Behauptung zu untermauern, nimmt Bregman die Leserschaft mit auf eine forsche Recherchereise durch die Weltgeschichte. Er gräbt dabei unzählige Beispiele aus, die belegen, wie sich der Mensch, wenn man ihn in seiner natürlichen Entwicklung nicht behindert, immer wieder für das Gute entscheidet. Diese historische Detektivarbeit ist sowohl erfrischend als auch aufschlussreich. Ein wiederkehrendes und gerade in herausfordernden Zeiten besonders wichtiges Motiv, das Bregman beleuchtet, ist die Erkenntnis: Katastrophen und Krisen bringen das Beste in den Menschen zum Vorschein. Diese Einsicht bietet eine ermutigende Perspektive auf die Widerstandsfähigkeit und den Zusammenhalt der Menschheit in schwierigen Lagen. Bregman präsentiert innovative und mutige Ideen für die Verbesserung der Welt, die vor allem hoffnungsfroh stimmen.

Wir möchten nicht soviel vorweg nehmen. Aber erwähnenswert allemal:

Er widmet dem sogenannten „Blitz“, den deutschen Luftangriffen auf London, ein eigenes Kapitel. Er argumentiert, dass die weit verbreitete Annahme, die Bombardierungen hätten zu Panik, Chaos und sozialem Zerfall geführt, falsch ist. Stattdessen gab es eine große Welle der Solidarität und des Zusammenhalts in der Bevölkerung.

Bregman verwendet dieses Beispiel, um zu zeigen, dass in Krisensituationen oft das „Beste“ im Menschen zum Vorschein kommt, nicht das „Schlechteste“. Er bezieht sich auch auf Studien, die belegen, dass die meisten Soldaten im Zweiten Weltkrieg und anderen Kriegen bewusst danebenschossen, weil ihr angeborener Instinkt, andere Menschen nicht zu töten, stärker war als der Befehl.

Das Buch kommt nicht nur bei uns gut an

Das Buch ist nicht nur inhaltlich überzeugend, sondern auch mitreißend geschrieben. Es fesselt die Leserschaft von der ersten Seite an und macht komplexe historische und sozialpsychologische Zusammenhänge leicht zugänglich. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn. Die Kritikerstimmen sprechen für sich:

  • Charlotte Theile von der Berliner Zeitung lobte, dass Bregman »in unzähligen Beispielen belegt, wie sich der Mensch, wenn man ihn lässt, immer wieder für das Gute entscheidet«.
  • Ralph Gerstenberg vom Deutschlandfunk „Andruck“ empfahl das Buch als »ein lesenswertes Plädoyer dafür, an das Gute im Menschen zu glauben, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein«.
  • Wolfgang Hassenstein vom Greenpeace Magazin fasste es prägnant zusammen: »Das neue Buch des Historikers Rutger Bregman hat das Zeug, unser Selbstbild zu revolutionieren«.
Interessant: Yuval Noah Harai
Interessant ist, dass Yuval Noah Harari ebenfalls positive Worte über Bregmans Buch verfasst hat, obwohl sich sein eigenes Werk ‚Eine kurze Geschichte der Menschheit‘ dem Thema der menschlichen Natur aus einer ganz anderen Perspektive widmet.
 
Während Harari die menschliche Kooperation vor allem als ein Ergebnis der Fähigkeit zur Mythenbildung sieht, die uns zur dominanten Spezies gemacht hat, konzentriert sich Bregman auf die angeborene Güte und Kooperationsbereitschaft des Menschen. Hararis Zuspruch zeigt, dass er Bregmans optimistischen Ansatz als wertvolle und notwendige Ergänzung zur Debatte über die menschliche Natur betrachtet.

Irgendwann werden wir vielleicht auch eine Buchvorstellung zu Yuval Noah Harai’s »Eine kurze Geschichte der Menschheit« schreiben. Wir munkeln aber mit der Idee, bei Yuval Noah Harai eine Prägung zu vermuten, die bestimmt, auf welche Art der Autor den Menschen beschreibt

Ein Mehrwert auf 480 Seiten

Für das FriedensAtelier Halle ist dieses Werk von besonderer Bedeutung. Es liefert eine tiefgreifende und zutiefst optimistische Botschaft über die menschliche Natur, die perfekt mit der Mission des Ateliers harmoniert, Frieden, Gemeinschaft und positive gesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Die Betonung von Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn bestätigt die grundlegenden Werte, die für ein friedliches Miteinander unerlässlich sind. Bregmans Buch ist ein inspirierender Wegweiser, der zeigt, dass die Grundlagen für eine bessere und friedlichere Zukunft bereits in der Natur des Menschen und in der Fähigkeit zur kollektiven Menschlichkeit angelegt sind.

Gestern haben wir bereits paar Worte zu diesem Buch verloren. In Radio Friedensfunk #07 – Angst, Vertrauen & Corona kann man sie gerne wieder finden:  Youtube | Spotify

Details zum Buch:

  • Autor: Rutger Bregman
  • Titel: Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit
  • Übersetzt von: Ulrich Faure und Gerd Busse
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch
  • Erscheinungstermin: 17. August 2021
  • Umfang: 480 Seiten
  • ISBN: 978-3-499-00416-2
  • Preise: Taschenbuch 15,00 €

Quellen der Zitate:
https://www.rowohlt.de/buch/rutger-bregman-im-grunde-gut-9783499004162


 

Wir haben bereits schon paar Worte zum Buch in unserer aktuellen Ausgabe
von Radio Friedensfunk #07 – „Angst, Vertrauen & Corona“ gewidmet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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