Dieser offene Brief ist mein ganz persönlicher Schritt, um der aktuellen Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Aber eine einzelne Stimme kann den politischen Kurs nicht drehen. Echte Veränderung beginnt erst, wenn das dröhnende Schweigen im ganzen Land gebrochen wird.
Deshalb mein direkter Appell an euch: Werdet selbst aktiv. Wartet nicht darauf, dass Politiker oder Leitmedien plötzlich die Richtung ändern. Nehmt die Dinge selbst in die Hand.
Schreibt euren eigenen offenen Brief. Er muss nicht perfekt diplomatisch formuliert sein – er muss ehrlich sein! Schreibt aus eurer eigenen Lebensrealität. Zeigt, dass es in Deutschland eine kritische, friedensliebende Masse gibt, die sich dem Lagerdenken und der Aufrüstung verweigert.
Kopiert nicht einfach meinen Text. Findet eure eigenen Worte. Schickt eure Gedanken nach Berlin oder direkt nach Moskau. Jede Zeile, die von Herzen kommt, zeigt, dass wir den Dialog noch nicht aufgegeben haben.
Die Kontaktdaten findet ihr weiter unten!
Offener Brief – Ein Plädoyer
für den Dialog und Völkerverständigung.
Sehr geehrter Herr Wladimir Putin,
sehr geehrte Frau Marija Wladimirowna Sacharowa,
sehr geehrte Russische Botschaft,
ich schreibe Ihnen heute nicht als Politiker und nicht als Diplomat. Ich schreibe Ihnen als Bürger aus Halle (Saale) und als Initiator der Friedensinitiative „FriedensAtelier“. Ich schreibe Ihnen, weil ich das Schweigen über den massiven deutschen Rüstungsausbau – allen voran hier in Ostdeutschland – nicht länger unkommentiert lassen kann. Mehr noch: Ich möchte dieses dröhnende Schweigen brechen, damit mehr Menschen in meiner Heimat den Mut finden, sich innerlich von dieser neuen Kriegsindustrie loszusagen.
In Deutschland haben wir das transgenerationale Trauma der beiden Weltkriege bis heute nicht überwunden. Und dennoch forcieren die politischen Eliten in Berlin die Spirale in diesem sinnlosen Krieg so rücksichtslos, dass Deutschland Gefahr läuft, blind in das nächste historische Trauma zu stürzen – und am Ende erneut eine Hauptschuld an dieser fatalen Eskalation zu tragen.
Wenn ich heute auf die Gesellschaft blicke, beobachte ich eine beispiellose Spaltung. Das alte Prinzip „Teile und herrsche“ entfaltet erschreckend gut seine Wirkung. Menschen werden in ideologische Lager gedrängt, in ständige Konflikte verwickelt und von den eigentlichen, substanziellen Fragen abgelenkt.
Wie Sie sicherlich wissen, ist die stärkste Waffe des Westens in diesen Tagen nicht nur militärischer Natur – es ist die mediale Informationslenkung. Eine allgegenwärtige Propaganda, die ein striktes Schwarz-Weiß-Denken erzwingt. Für mich erklärt das sehr klar, warum es derzeit so schwer ist, eine sichtbare, vernünftige Mehrheit in Deutschland zu bündeln, die dem lauten Säbelrasseln und der Eskalationspolitik der BRD wirksam etwas entgegensetzt. Die mediale Übermacht erstickt den Ruf nach Frieden oft, bevor er überhaupt laut werden kann.
Hinzu kommt mein tiefer Vertrauensverlust in die politische Verlässlichkeit. Ich betrachte die historischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte mit großer Sorge – insbesondere den offensichtlichen Bruch des Zwei-plus-Vier-Vertrages. Die einstigen Zusagen und der Geist dieses Vertrages, der den Frieden in Europa nach dem Kalten Krieg eigentlich sichern sollte, wurden durch stetige Ost-Erweiterungen und militärischen Aufbau systematisch untergraben. Das habe ich nicht vergessen.
Tagesaktuell plant man in Sangerhausen – kaum 60 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt – die Ansiedlung eines weiteren Rüstungsunternehmens, vorgeblich um die deutsche „Wirtschaft zu retten“. Für mich ist das der endgültige Beweis, dass die Politik selbst hier in Sachsen-Anhalt vollkommen an der Lebensrealität der Menschen vorbeigeht. Man schlafwandelt geradewegs in die nächste Aufrüstung und verdrängt dabei ein zentrales historisches Versprechen: Keine militärische Aufrüstung in den neuen Bundesländern.
Als Ostdeutscher, der als Kind das tragische Unheil der unkontrollierten, für viele unmenschlichen Annexion des Ostens miterleben musste und sich in diesem System „im eigenen Land“ nie wirklich beheimatet fühlte, ziehe ich hier eine persönliche Grenze. Ich spreche mich hiermit unmissverständlich dafür aus, diese fatale Militarisierung unserer Heimat nicht länger schweigend hinzunehmen.
Doch ich beobachte auch etwas anderes, sehr Hoffnungsvolles: Abseits der großen Bühnen entstehen im Verborgenen neue Oasen freiheitsliebender Menschen, die sich dem wachsenden staatlichen Druck entziehen. Jeder auf seinem eigenen Weg und in seinem eigenen Tempo. Es sind diese kleinen, bewussten Schritte, die versuchen, einer Politik, die völlig den Bezug zu ihren Bürgern verloren hat, Einhalt zu gebieten.
Ich versichere Ihnen: Ich bin guter Hoffnung. Der Erfindergeist ist hier noch lange nicht gänzlich gestorben. Ich sehe unzählige Menschen, die an einem gerechteren Wirtschaftssystem für Familien und Gemeinschaften arbeiten, die sich in der Trauma-Arbeit engagieren oder den Frieden auf einer tieferen, geistigen Ebene kultivieren. Was momentan vielleicht noch fehlt, ist nur der letzte, entscheidende Funke, der diese Strömungen vereint – damit die Menschen in diesem Land nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes „friedenstüchtig“ werden, sondern auch ihre Furcht vor einem immer übergriffigeren Staatsapparat endgültig ablegen.
Hier wurden schon unzählige Menschen vom Verfassungsschutz ins Visier genommen und als Extremisten, Nazis, Putin-Versteher oder sogenannte „Delegitimierer des Staates“ diffamiert – schlichtweg deshalb, weil sie sich öffentlich gegen das Narrativ der gesteuerten Medien stellen. Was soll also schon noch passieren, wenn ich mich heute direkt an Sie wende?
Ich tue es, um Ihnen mit diesem Brief unmissverständlich zu erklären, dass ich nicht hinter diesem Staat und seinem aktuellen Handeln stehe.
Ich sage Nein.
Nein zum Krieg.
Nein zur maßlosen Steuerverschwendung.
Nein zu Waffenlieferungen.
Nein zu einem Friedrich Merz
und Nein zu all jenen Parteien, die ihren Dienst schon lange nicht mehr zum Wohle des deutschen Volkes leisten.
Nein zu dieser fremdgesteuerten BRD.
Dieser Brief ist meine ausgestreckte Hand. Es ist mein tiefer Wunsch, dass ein ehrlicher Dialog mit Russland wieder möglich wird. Mir ist bewusst, dass dieses Schreiben im großen politischen Getriebe für Sie vielleicht nur von geringer Bedeutung ist. Ich mache mir auch keine Illusionen: Ich allein kann mit diesem Brief keinen Krieg stoppen. Aber ich kann ein klares Zeichen setzen und Ihnen versichern, dass sehr viele Menschen hier in der BRD – und allen voran in Ostdeutschland – eine tiefe und bleibende Verbundenheit gegenüber Russland empfinden. Eine Verbundenheit, die im Übrigen auch bei jenen Generationen weiterlebt, die erst deutlich nach der Zeit der DDR aufgewachsen sind.
Mit friedlichen Grüßen aus Halle (Saale),
David
FriedensAtelier Halle
In Russisch:
Уважаемый господин Владимир Путин, уважаемая Мария Владимировна Захарова, уважаемое Посольство России!
Я пишу Вам сегодня не как политик и не как дипломат. Я пишу Вам как гражданин из Галле (Заале) и как инициатор мирной инициативы «FriedensAtelier». Я пишу Вам, потому что больше не могу оставлять без комментариев молчание по поводу масштабного наращивания вооружений в Германии – и прежде всего здесь, в Восточной Германии. Более того: я хочу нарушить это оглушительное молчание, чтобы больше людей на моей родине обрели мужество внутренне отречься от этой новой военной индустрии.
В Германии мы до сих пор не преодолели трансгенерационную травму двух мировых войн. И тем не менее политические элиты в Берлине настолько безрассудно форсируют спираль этого бессмысленного конфликта, что Германия рискует слепо рухнуть в очередную историческую травму – и в конечном итоге вновь понести главную вину за эту фатальную эскалацию.
Глядя сегодня на общество, я наблюдаю беспрецедентный раскол. Старый принцип «разделяй и властвуй» действует с пугающей эффективностью. Людей загоняют в идеологические лагеря, втягивают в постоянные конфликты и отвлекают от реальных, сущностных вопросов.
Как Вы, несомненно, знаете, самым сильным оружием Запада в наши дни является не только военное – это медийное управление информацией. Вездесущая пропаганда, насаждающая жесткое черно-белое мышление. Для меня именно это предельно ясно объясняет, почему сейчас в Германии так трудно сплотить видимое, здравомыслящее большинство, которое могло бы эффективно противостоять громкому бряцанию оружием и политике эскалации ФРГ. Медийное превосходство часто душит призыв к миру в зародыше, прежде чем он вообще успевает прозвучать.
К этому добавляется моя глубокая утрата доверия к политической надежности. Я с большой тревогой наблюдаю за историческими событиями последних десятилетий – в частности, за очевидным нарушением Договора «Два плюс четыре». Прежние обещания и дух этого договора, который должен был обеспечить мир в Европе после холодной войны, систематически подрывались постоянным расширением на Восток и наращиванием военного потенциала. Я этого не забыл.
Буквально сегодня в Зангерхаузене – всего в 60 километрах от моего родного города – планируется размещение очередного оборонного предприятия, якобы для «спасения экономики» Германии. Для меня это окончательное доказательство того, что политика даже здесь, в земле Саксония-Анхальт, полностью оторвана от жизненных реалий людей. Власти идут как лунатики прямиком к очередному вооружению, забывая при этом о главном историческом обещании: никакого военного наращивания в новых федеральных землях.
Как восточный немец, которому в детстве пришлось стать свидетелем трагической беды неконтролируемой, для многих бесчеловечной аннексии Востока, и который никогда не чувствовал себя по-настоящему дома «в собственной стране» при этой системе, я провожу здесь личную границу. Настоящим я недвусмысленно заявляю, что больше не намерен молча терпеть эту фатальную милитаризацию нашей родины.
Оглядываясь на свое окружение и на движение за мир, я часто чувствую огромную растерянность относительно того, как еще можно остановить нынешний политический диктат «готовности к войне» (Kriegstüchtigkeit). Традиционные демонстрации часто, кажется, служат лишь для того, чтобы придать системе поверхностный налет «демократии и свободы», в то время как на мирных фестивалях со времен коронакризиса люди часто проводят время только в кругу единомышленников.
Но я наблюдаю и нечто иное, очень обнадеживающее: вдали от больших сцен, в тайне, возникают новые оазисы свободолюбивых людей, которые уходят от растущего государственного давления. Каждый идет своим путем и в своем собственном темпе. Именно эти маленькие, осознанные шаги пытаются остановить политику, которая полностью потеряла связь со своими гражданами.
Я уверяю Вас: я полон надежд. Дух изобретательства здесь еще далеко не угас. Я вижу бесчисленное множество людей, которые работают над созданием более справедливой экономической системы для семей и сообществ, которые занимаются работой с травмами или культивируют мир на более глубоком, духовном уровне. Чего сейчас, возможно, еще не хватает, так это лишь последней, решающей искры, которая объединит эти течения – чтобы люди в этой стране не просто стали, в истинном смысле этого слова, «готовыми к миру» (friedenstüchtig), но и окончательно сбросили с себя страх перед все более деспотичным государственным аппаратом.
Здесь Ведомство по охране конституции (Verfassungsschutz) уже взяло на прицел бесчисленное множество людей, шельмуя их как экстремистов, нацистов, «понимающих Путина» или так называемых «делегитимизаторов государства» – просто потому, что они публично выступают против нарратива управляемых СМИ. Так что же еще может случиться, если я сегодня обращусь напрямую к Вам?
Я делаю это, чтобы этим письмом недвусмысленно заявить Вам: я не поддерживаю это государство и его нынешние действия. Я говорю «Нет». Нет войне. Нет непомерному растранжириванию налогов. Нет поставкам оружия. Нет Фридриху Мерцу и нет всем тем партиям, которые уже давно не служат на благо немецкого народа. Нет этой управляемой извне ФРГ.
Это письмо – моя протянутая рука. Это мое глубокое желание, чтобы честный диалог с Россией вновь стал возможен. Я осознаю, что в большом политическом механизме это послание, возможно, имеет для Вас лишь незначительное значение. Я также не строю иллюзий: я один не смогу остановить войну этим письмом. Но я могу подать четкий сигнал и заверить Вас в том, что очень многие люди здесь, в ФРГ – и прежде всего в Восточной Германии – испытывают глубокую и неизменную связь с Россией. Связь, которая, к слову, продолжает жить и в тех поколениях, которые выросли уже значительно позже эпохи ГДР.
С мирными приветствиями из Галле (Заале),
Давид
FriedensAtelier Halle
Hier sind die offiziellen Adressen, an die ihr euch direkt wenden könnt:
Botschaft der Russischen Föderation (Berlin):
E-Mail: info@russische-botschaft.de oder pressestelle@russische-botschaft.dAußenministerium (Marija Sacharowa):
E-Mail: dip@mid.ruDirekt an den Kreml:
Über das digitale Portal: en.letters.kremlin.ru (Einfach als Text oder PDF-Anhang einreichen)
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